Ein, zwei, drei im Sauseschritt …

Ein, zwei, drei im Sauseschritt …

 

… läuft die Zeit; wir laufen mit, um es mit Wilhelm Buschs Worten zu sagen. Rückblickend stelle ich erstaunt fest, wie schnell das letzte Jahr vorbeigegangen ist. Je älter man wird, desto schneller scheint es zu gehen. Kennt jemand von Euch auch dieses Phänomen? Und das neue Jahr ist auch schon wieder eine Woche alt, gerade noch Zeit einen letzten Blick auf mein 2017 zu werfen bevor 2018 so richtig loslegt.

 

Januar – März

Das Jahr 2017 fing eigentlich genauso an wie die vorherigen Jahre auch, mit Feuerwerk, Glockengeläut und den wärmsten Neujahrswünschen.

Am ersten Tag des Jahres schaufelte ich meine neue Seite mit neuem Blog hoch. Seitdem bin ich unter meinem Klarnamen »Doris Niestroj« zu finden. die.waschkueche, mit der ich seit 2008 filzend und bloggend im Internet unterwegs war, ist Geschichte. Der Blog existiert noch, ist nach wie vor zugänglich, dient aber nur noch als Archiv.

Ich genoss im Januar meine Filzpause auf ausgedehnten Spaziergängen durch die verschneite Landschaft.

Im Februar nahm ich die Schafwolle wieder auf um das erste Mal Filzpuschen nach einem Videotutorial von Art zu Leben zu filzen. Die Puschen trage ich nun schon fast ein Jahr täglich und will sie nicht mehr missen, auch im Sommer nicht.

 

Jahresrückblick 2017 | Doris Niestroj Filz & Form

 

Nach der dunklen Jahreszeit verlangte es mich Anfang März nach Farbe. Ich begann ein Kissenprojekt mit dem Thema »Hundertwasser« das ich bis heute (!) noch nicht abgeschlossen habe. Ich bin festen Willens dies aber bald zu tun, denn diese Kissen sind ein schon lange versprochenes Geschenk.

 

Jahresrückblick 2017 | Doris Niestroj Filz & Form

 

Auch zog es mich in diesem Monat in den Garten, wobei es nur bei der begeisterten Begutachtung des krümeligen Kompostes blieb – irgendwie war es noch zu kalt zum meditativen Erdeschaufeln. Also heizte ich den Ofen in der Werkstatt an und begann mit den Schultütenaufträgen für das Jahr 2017. Im Verlauf der Produktion merkte ich, dass nach 6 Jahren des ausschließlichen Schultütenfilzens die Luft bei mir raus ist.

 

April -Juni

In den folgenden Monaten filzte ich noch die anstehenden Schultütenaufträge. Obwohl es wirklich tolle Themen waren, entschied ich zukünftig keine Schultüten mehr zu filzen. Ausnahme: die noch, schon seit langem vorbestellten ( mit lange meine ich 2-4 Jahre vorher ) Restaufträge für die Einschulungen 2018. Verbunden mit dieser Entscheidung fasste ich den Entschluss, vorerst gar nicht mehr gewerblich zu filzen um einfach mal wieder gestalterisch Luft zu holen.
Was mich jedoch nicht davon abhielt eine Filzkollegin zu besuchen, mir Anfang April, neben Inspirationen, einen gepflegten Sonnenbrand zu holen und einen langgehegten Wunsch zu erfüllen. Allerdings wartet dieser noch auf Umsetzung. Ich hoffe mich dieses Jahr endlich eingehender damit zu beschäftigen. Ihr werdet es zeitnah erfahren worum es sich handelt. Mit Filzen hat es jedoch nichts zu tun.

 

 

Jahresrückblick 2017 | Doris Niestroj Filz & Form

 

In Atem hielt mich seit Anfang Februar die Gesundheit meines Pferdes, forderte viel Aufmerksamkeit und entwickelte sich für mich im Laufe der Wochen und Monate zu einem nervenzehrenden, bedrückenden Zustand. Der Tierarzt war wöchentlicher Gast bei uns.

 

Juli-September

Der anstehende Umbau des ansässigen Gartencenters führte im Juli, aufgrund megamäßiger Sonderangebote, zu einer Pflanzenschwemme in unserem Garten. Ich gehöre übrigens zu den unverbesserlichen Angebotspflanzenrettern. Bei 50 Cent pro Topf konnte ich nicht »Nein« sagen. Buddelnd verbrachte ich die Tage im Garten und fand endlich einen Zugang zu diesem Stück Erde, das ich vor 8 Jahren von meinem Schwiegervater übernommen habe. Sogar ein Insektenhotel zog ein.

 

 

Ich verbrachte weiterhin viele Stunden auf der Wiese und umsorgte mein Pferd. Unsere intensiven Bemühungen – die des Tierarztes und unsere – schienen Früchte zu tragen. Es machte den Eindruck als ginge es mit meinem Schimmel bergauf. Daher verbrachte ich mit ruhigem Gewissen ein paar wunderschöne Tage bei hochgeschätzten Menschen in Bayern. Ich lernte Seife sieden und erlebte den heißesten Tag des Jahres in den Alpen bei den Josefstaler Wasserfällen.

 

Jahresrückblick 2017 | Doris Niestroj Filz & Form

 

Außer einem Krebs, filzte ich noch ein Ringkissen für eine Hochzeit und eine vergessene Schultüte. Das war ein Schreck, als der Kunde anrief und sich nach seiner Schultüte erkundigte. Dann beschloss ich allerdings für den Rest des Jahres filzerisch zu pausieren, denn meine Hand machte sich mal wieder bemerkbar und ich hatte, bedingt durch mein krankes Pferd, einfach nicht mehr genug innerliche Ruhe für Kreatives.

 

Oktober-Dezember

Im Oktober musste ich eine schwere Entscheidung treffen vor der ich mich seit 8 Monaten fürchtete. Die gesundheitliche Situation von Momo ließ sich nicht mehr endgültig stabilisieren, schweren Herzens verabschiedete ich mich für immer von ihm. Die Schlachten hatten wir gewonnen, aber den Krieg verloren. Ich vermisse das quirlige, querköpfige Temperamentsbündel sehr.
Einen Nachfolger wird es nicht geben. Nachdem Talida schon ein Jahr zuvor ging und Momo ihr 2017 folgte, stehen nur noch die beiden Kaltblutsenioren im Stall. Es hat 3 Monate gedauert bis sie sich in der neuen Situation zurecht gefunden haben.

 

 

Im November entdeckte ich das Zeichnen wieder. Ferner faltete ich einen ziemlich aufwendigen Adventskalender für einen 83-jährigen, verweilte einige Tage an der Nordseeküste und genoss, bei, für die Jahreszeit eher ungewöhnlichem Traumwetter, einen der seltenen windstillen Tage im ostfriesischen Wattenmeer.

Kaum wieder zuhause, begab ich mich an die Umsetzung eines langgehegten Wunsches. Ich renovierte nach 15 Jahren mein Zimmer. Von mir wegen der Farbe mittlerweile liebevoll-spöttisch »Leberwurstzimmer« genannt. Anfang 2000 lief diese Farbe noch unter dem Begriff »Terrakotta« und war der letzte heiße Scheiß in der Interiorszene. Gegen den derzeit vorherrschenden Farb-Wohntrend Weiß mit Grau oder Schwarz entschied ich mich u.a. für ein Maigrün an einer Wand, kombiniert mit der Blumenmustertapete »Herbarium« des schwedischen Designers Stig Lindberg. Einen Tag vor Weihnachten wurde ich fertig.

 

Jahresrückblick 2017 | Doris Niestroj Filz & Form

 

Warum Grün? Die Entscheidung traf ich intuitiv. Grün fördert nicht nur die Kreativität, wirkt harmonisierend, regenerierend und entspannend, sondern sie ist auch die Farbe der Hoffnung, des Lebens. Der Pflanzen und des Frühlings. Mit Rückblick auf das vergangene Jahr hat es vielleicht seinen Grund warum ich unbedingt Grün an eine der Wände wollte?

Sollte ich dieses Jahr bewerten, so könnte ich es nicht. Denn, nüchtern betrachtet: es war ein Jahr mit eigener Besonderheit, wie die Jahre vor ihm auch ihre jeweils  individuelle Prägung hatten. 2018 wird seinen Charakter haben, ganz sicher. Wie seine Vorgänger werden auch die kommenden 12 Monate angefüllt sein mit Höhen und Tiefen, mit Lachen und Weinen, mit Trauer und Freude, mit Gesundheit und Krankheit, mit Stress und mit Ruhe.

 

Hartnäckig weiter fließt die Zeit,
die Zukunft wird Vergangenheit.
Aus einem großen Reservoir
ins andre rieselt Jahr um Jahr.

 

Wilhelm Busch

 

Willkommen 2018!

 

 

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Frohes neues Jahr

Frohes neues Jahr

Man sagt, heute sei Neujahr.
Punkt 24 Uhr sei die Grenze zwischen dem alten und dem neuen Jahr.
Aber so einfach ist das nicht.
Ob ein Jahr neu wird, liegt nicht am Kalender, nicht an der Uhr.
Ob ein Jahr neu wird, liegt an uns.
Ob wir es neu machen, ob wir neu anfangen zu denken,
ob wir neu anfangen zu sprechen, ob wir neu anfangen zu leben.

Johann Wilhelm Wilms (1772-1874)

 

Ich  wünsche Euch ein frohes neues Jahr
und freue mich auf die kommenden 365 Tage mit Euch!

 

 

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Meine Onlinepräsenz und die Zukunft / 4

Meine Onlinepräsenz und die Zukunft / 4

 

Rinn inne Kartoffeln, raus ausse Kartoffeln beschreibt meine bisherige Onlinepräsenz sehr gut. Das einzig Beständige in meinem unsteten Internettreiben war bisher der Blog. Dieser war von Anfang an der Dreh- und Angelpunkt, so lange, bis ich Instagram für mich entdeckte.

Instagram – Onlinepräsenz schnell, effektiv und unkompliziert

Als Instagram online ging, zeigte ich mich zwar interessiert, fragte mich aber gleichzeitig, ob ein zusätzlicher Social Media Kanal für meinen gewerblichen Auftritt im Internet sinnvoll ist.  Ich hatte meinen Blog, den ich regelmäßig und gerne betreute, die Portfolioseite und noch das ungeliebte Facebook im Schlepptau. Wozu weitere Verpflichtungen ans Bein binden?

Wider besseren Wissens eröffnete ich dennoch einen Account, dass aufgeräumte Design sprach mich extrem an. Die App war schnell installiert, ich hinterlegte mein Profil und das war es schon. Fotografierte die ersten Bilder mit dem Smartphone, lud sie mit der App hoch und versah sie mit Hashtags. Die ersten Follower ließen nicht lange auf sich warten. Diese unkomplizierte und recht effektive Anwendung hatte ich immer bei Facebook vermisst, bei Instagram wurde ich fündig.

Wegen der unkomplizierten und schnellen Handhabung konzentrierte ich mich fast nur noch auf Instagram. Mal eben schnell den aktuellen Filzstatus visuell dokumentiert, zwei drei Sätze drunter, fertig. Aufgrunddessen vernachlässigte ich den Blog zunehmend, denn für einen Blogpost brauche ich wesentlich mehr Zeit, mindestens 4-6 Stunden. Es kam, was kommen musste, zwangsläufig vergaß ich in meiner Begeisterung jene Follower die mir ausschließlich auf meinem Blog oder auf Facebook folgten. Diese wirklich sehr treuen Leser bekamen nämlich gar nichts mehr mit. Manche folgten mir zwar zu Instagram, aber viele verlor ich, weil sie sich nicht schon wieder was Neues ans virtuelle Bein binden wollten, wo sie sich doch bei Facebook angemeldet hatten um mir dort besser folgen zu können. Ich kam gar nicht auf die Idee, dass nicht jeder so angetan und begeistert ist von Instagram wie ich.

 

Logo Doris Niestroj. Instagram Icon. Impression vom Workshop mit Maria Friese bei Filzrausch in Göttingen 2016. Doris Niestroj - Filz & Form.

Bilder von links nach rechts:
Logo Doris Niestroj seit 2017, Icon instagram, Impression vom Workshop mit Maria Friese bei Filzrausch in Göttingen 2016.

Selbstverursachte Qualitätseinbußen

Ausserdem übersah ich, dass sich dadurch die Qualität meiner gewerblichen Internetpräsenz immer mehr verringerte. Unbewusst reduzierte ich langsam aber sicher meine Filzerei auf ein paar schnelle Fotos. Alles, was ich mir mühselig in den vergangenen Jahren durch meinen Blog online aufgebaut hatte wurde zunehmend inhaltsleerer. Ursprünglich hatte ich das Gegenteil angestrebt. Ich wollte der Allgemeinheit das Filzen näher bringen, um ein besseres Verständnis für dieses, mitunter zu gering bzw. völlig falsch eingeschätzte, jahrtausendalte Handwerk zu erreichen. Und jetzt? Fang ich eben wieder von vorne an!

Nicht ganz. Dieser Prozess, den ich in den 4 Teilen beschrieben habe, umfasst genau 10 Jahre. In der Zwischenzeit haben ich mich, meine Filzerei und mein Umgang mit dem Internet weiterentwickelt. Das Internet und die Nutzung dessen ist seit Beginn meines Entrittes in dieses digitale Welt rasant fortgeschritten, vieles hat sich verändert. Ich habe für mich gelernt, dass besonders im schnelllebigen Internet Beständigkeit, Qualität und Kontinuität ungemein wichtig sind um sich dauerhaft positionieren zu können. Genauso ist es wichtig neue Entwicklungen nicht zu ignorieren, sie aber sehr gut zu prüfen welchen Nutzen sie einem bringen, bevor man sie in das Portfolio seiner Internetpräsenz einbindet, bzw. bevor man etwas ändert.

Neuer Wein in drei alten Schläuchen

Für mich ergab sich daraus, meiner bisherigen gewerblichen  Webidentität die.waschkueche „Adieu“ zu sagen. Ich bin aus diesen Schuhen herausgewachsen. Unter meinem realen Namen Doris Niestroj eröffnete ich Anfang des Jahres diese neue Internetseite und konnte dank WordPress endlich Portfolio und Blog unter einen Hut bringen! Auch Instagram bekam meinen realen Namen verpasst. Nach einem  freundlichen Hinweis, dass es nicht nur Instagram auf dieser Welt gibt wo sich Interessierte aufhalten, habe ich seit kurzem wieder eine Unternehmensseite auf Facebook. Noch fremdel ich ein wenig damit, aber ich bin festen Willens auch diesen Kanal zukünftig genauso zu betreuen wie Instagram und den neuen Blog.

Abschließend kann ich sagen, dass für mich die ausschließliche Nutzung von Social Media Kanälen nicht in Frage kommt, weil ich meine Themen ausführlicher behandeln möchte. Dies kann ich nur entsprechend auf dem Blog. Der Blog soll wieder Dreh- und Angelpunkt meines Internetuniversums werden. Instagram und Facebook sind die Trabanten, mit eigenem Charakter. Bedeutet, es muss nicht automatisch das bei Facebook auftauchen, was ich bei Instagram poste und umgekehrt, auch nicht in zeitlicher Abhängigkeit. Jedoch nutze ich beide für den Blog. So kann sich jeder aussuchen, wo er mich im Internet treffen möchte und er hat die Gewähr, dass es nicht überall gleichzeitig denselben Inhalt zu lesen gibt. Ich denke mit diesen drei Kanälen habe ich das Gros meiner Leserschaft abgedeckt.

 

Entwurf eines Filzobjekt während des Workshops gefäße von Maria Friese bei Filzrausch in Göttingen. Doris Niestroj - Filz & Form.

Bilder von links nach rechts:
Entwurf des Objekte, Auslegen des Filzobjektes, Probemuster. Workshop mit Maria Friese bei Filzrausch in Göttingen, 2016.

… und wenn sie nicht gestorben sind

Das bedarf natürlich  einer gewissen Organisation. Davon, wie ich das bewerkstellige und welche Helferchen ich dazu verwende werde ich bestimmt mal zum Besten geben – nächstea Jahr, oder so.

Ich hoffe Euch hat mein Erfahrungsbericht in 4 Teilen gefallen und Ihr konntet für Euch einige Erkenntnisse ableiten. Oder sogar endlich eine Entscheidung treffen, wie und wo Ihr Euch mit Eurem Gewerbe zukünftig online präsentieren wollt

Zum Schluss der Hinweis, dieser sehr persönliche Erfahrungsbericht beschreibt ausschließlich meine Internetpräsenz als Betreiber eines Kleingewerbes von handgefertigte Waren.

 

Serie 

Mein Rückblick auf 10 Jahre Onlinehandel, Bloggen & Social media
Teil 1 / Meine ersten Schritte im Onlinehandel.
Teil 2 / Meine Erfahrungen mit einem Onlineshop.
Teil 3 / Meine Online-Kurzschlussreaktion.
Teil 4 / Meine Onlinepräsenz und die Zukunft.

 

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Meine Online-Kurzschlussreaktion / 3

Meine Online-Kurzschlussreaktion / 3

 

Der Shop ging, der Blog blieb. Ich entwarf und programmierte eine Portfolioseite, änderte mal wieder das Design der waschkueche. Musste zwangsweise meinen Facebookaccount löschen und meldete mich bei Instagram an. Dennoch war ich mit der Gesamtsituation nicht zufrieden.

Statt Onlineshop eine Portfolioseite

Wie ging es weiter nachdem ich meinen Shop geschlossen hatte und wann kommen endlich die sozialen Medien ins Spiel? Sie sind bereits im Ring, ich habe sie nur noch nicht erwähnt.

Nachdem ich den Onlineshop dicht gemacht hatte, widmete ich mich wieder meinem Blog und änderte dessen Design. Angefangen beim Logo, aufgehört beim Layout. Da ich  keinen Shop mehr hatte, versuchte ich eine Portfolioseite auf meinem Blog zu integrieren. So hätten Interessenten alles auf einen Blick und müssten nicht stundenlang im Blog suchen, wenn sie denn wüssten, wonach sie suchen. Der Versuch einer nutzbaren Integration scheiterte kläglich. Also doch wieder eine eigene Seite fürs Portfolio? Die Notwendigkeit bestand, meines Erachtens nach. Denn in der Zwischenzeit hatten sich viele Referenzprodukte angesammelt. Ganz besonders und im Speziellen bei den Schultüten.

Also setzte ich eine eigenständige Portfolioseite unter einer eigenen Webadresse auf. Kombinierte meine HTML-, CSS- und PHP-Fertigkeiten mit meinem SEO-Wissen (wir erinnern uns, SEO = Search Engine Optimation = Suchmaschinenoptimierung), verlinkte den Blog und meine Facebook-Unternehmensseite, integrierte ein Kontaktformular und wartete ab. Es funktionierte gut und bewies, dass ein Onlineshop nicht immer sinnvoll ist. Es hätte eigentlich so weiter laufen können,  aber ein Fünkchen der Unzufriedenheit blieb und glomm vor sich hin.

Erneute Irritationen, Komplikationen und Fragen

Erneut betreute ich zwei Seiten unter verschiedenen Adressen und erneut führte das zu Irritationen und Komplikationen. Denn und das habe ich gründlich gelernt, man kann als Seitenbetreiber noch so gut verlinken, mit fetten, bunten Buttons darauf hinweisen, schreiben und gebetsmühlenartig auf jeder Seite alles wiederholen,  im Zweifelsfall liest der User nicht. Meistens wird nur schnell geschaut, nicht gelesen und schon mal lange nicht gesucht. Findet der Besucher nicht SOFORT die Antwort, fragt er.

Lesen, so habe ich festgestellt, wird auf Internetseiten wirklich überbewertet. Nach drei Sätzen ist meistens schon Schluss mit der Aufmerksamkeit. Selbst FAQ-Seiten auf denen wirklich die allermeisten Fragen beantwortet werden, werden ignoriert. So gehörte meine FAQ Seite neben dem Datenschutz zu dem am wenigsten frequentierten Portfolioseiten … .

 

Portfolio die.waschkueche 2013. Doris NiestrojBilder von links nach rechts:
Logo die.waschkueche von 2013-2016, jahreszeitliche Grafik „Herbst• für die Portfolioseite / eigener Entwurf, Homeseite des Portfolios im Herbst 2015,
Kette mit gefilztem Eichelanhänger …so etwas habe ich auch mal verkauft.

Facebook, der schwer zu durchschauende Zeitfresser

Die sozialen Medien kamen bei mir 2010 mit Facebook in Form eines privaten, geschlossenen Accounts ins Spiel. Meine Güte habe ich anfangs dort viel Zeit versenkt. Ich kam erst  später auf die Idee eine Facebook-Unternehmensseite zu eröffnen. Facebook bietet zwei verschiedene Seitentypen an. Eine private Seite, die vor der Öffentlichkeit abgeschirmt werden kann und eine Unternehmensseite, die öffentlich ist.

Eigentlich wollte ich gar nicht. Ich befürchtete mich zeitlich zu verausgaben um den Blog und anfänglich den Shop, später die Portfolioseite noch vernünftig betreuen zu können. Zeit lässt sich nun mal nicht vermehren.  So war es dann auch. Facebook betreute ich nur halbherzig, mein Herz hing mehr am Blog. Vieles an dieser Plattform gefiel mir einfach nicht. Allen voran das undurchschaubare (bewusst undurchschaubar?) Layout, die schlecht auffindbaren Einstellungsmöglichkeiten und die ständigen Änderungen.

Man kommt an Zuckerbergs Einstellungskatastrophen fast nicht vorbei, wenn man sein Gewerbe zeitgemäß online präsentieren will. Es gehört noch immer zum guten Social Media Ton als Gewerbetreibender eine Unternehmensseite auf Facebook zu betreiben. Die Smartphones läuteten eine neue Ära der Internetnutzung ein, Facebook ist dafür konzipiert. Wer nicht mitzieht läuft Gefahr abgehängt zu werden. So wird es einem jedenfalls gerne verkauft.

Irgendwann war für mich  bei Facebook der Zauber des Neuen verflogen. Ich stellte fest, eine Facebook-Unternehmensseite braucht sehr viel Aufmerksamkeit um vernünftig zu laufen und um Reichweite zu erzielen. Sie benötigt häufiger Input als ein Blog. Wenngleich nicht so ausführlich wie ein Blogpost, dafür mit wesentlich höherer Frequenz.

Einen lesenswerten Post über ein Selbstexperiment mit ihrer Facebookseite hat Bine von “was eigenes” kürzlich dazu geschrieben.

 

Portfolio die.waschkueche. Schlüsselanhänger und Schultüte Fliegenpilz. Doris Niestroj.Bilder von links nach rechts:
Schlüsselanhänger in Herzform mit bemaltem Porzellanknopf,  Schultüte Fliegenpilz, Logo die.waschkueche mit Häuschen, icon facebook.

Facebook sperrte mich aus und ich beging Social Media Harakiri

Facebook tat viel dafür bei mir in der Beliebtheitsskala immer tiefer nach unten zu rutschen. Abgesehen von dieser unterirdisch schlecht gestalteten Seite, gingen mir die ständigen Updates und Neueinspielungen gehörig auf den Keks. Die Krönung kam, als mich Facebook zwang im privaten Account meinen Klarnamen zu verwenden, um diesen anschließend nicht zu akzeptieren. Kurzerhand wurde ich ausgesperrt. Nur mit viel Trickserei kam ich wieder rein. Meine erste Amtshandlung war, nach gelungenem Login,  die Kündigung des privaten Account und der damit verbunden der Unternehmensseite. Facebook ade.

Bei dieser wutentbrannten, mir nicht ganz untypischen Kurzschlussreaktion hatte ich jedoch nicht bedacht, dass mir bereits viele Menschen ausschließlich auf Facebook folgten. Ich vergaß dabei auch, dass ich nicht das Maß der Dinge bin und es sehr wohl, sehr viele Personen gibt, die im Gegensatz zu mir,  gut mit Facebook klar kommen. Die hatte ich erst angefüttert um sie dann einfach so ohne Vorwarnung “dumm sterben” zu lassen. Das ist, als würde man einen Kunden kurzerhand wortlos vor die Tür setzen und diese dann mit Schmackes zuzuknallen. Ich kann nur jedem raten so etwas NICHT zu tun!!!Das macht man nicht, das ist megaunhöflich!!! Die Quittung folgte, ich verlor viele dieser Follower. Nur sehr wenige blieben mir treu und folgten mir auf meinem neuen Social Media Kanal.

Ich hatte nämlich zwischenzeitlich Instagram für mich entdeckt. Dazu mehr im 4. Teil.

 

Serie 

Mein Rückblick auf 10 Jahre Onlinehandel, Bloggen & Social media
Teil 1 / Meine ersten Schritte im Onlinehandel.
Teil 2 / Meine Erfahrungen mit einem Onlineshop.
Teil 3 / Meine Online-Kurzschlussreaktion.
Teil 4 / Meine Onlinepräsenz und die Zukunft.

 

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Meine Erfahrungen mit einem Onlineshop / 2

Meine Erfahrungen mit einem Onlineshop / 2

 

Nach leidigen Erfahrungen auf diversen Kunsthandwerkermärkten, stürzte ich mich 2008 mit Feuereifer ins Onlinegeschäft. Ein Onlineshop war schnell eröffnet, ein einprägsamer Name rasch gefunden. Der Verkauf lief gut an. Kein Wunder, denn ich war kalkulatorisch sehr zurückhalten, um nicht zu sagen, ich verschleuderte meine Produkte zu Dumpingpreisen.

Kunsthandwerkermarkt vs. Onlineshop

Die Preisgestaltung ist beim Filzen eine fast nicht zu lösende Aufgabe. Denn, gut gemachte Filzereien brauchen ihre Zeit, dass Material ist zweitrangig bei der Preisfindung. Nur, ein Nichtfilzer weiß natürlich nicht, wie viel Zeit in dem jeweiligen Objekt steckt. Er sieht nur das,  was er in den Händen hält und kann nicht nachvollziehen, warum so eine kleine, federleichte Ansteckrose mehr als ein Stück Kuchen mit ‘ner Tasse Kaffee kosten soll. Ganz besonders nicht, weil seine Kinder im Kindergarten auch Filzen gelernt haben bzw. er im Discounter oder Gartencenter seines Vertrauens regelmäßig Filzdeko zu Schleuderpreisen erwerben kann – wo ist da bitteschön der Unterschied zu dieser mickrigen Ansteckblüte???

Diese Diskussion hatte ich fortwährend auf den Märkten und war sie zum Schluß so was von leid, ich hoffte im Onlinegeschäft davon verschont zu bleiben.

Der Blog ermöglicht Blicke hinter die Kulissen

Dazu fasste ich den Plan mit einem Blog, die zum damaligen Zeitpunkt ihren Siegeszug in der virtuellen Welt antraten, Einblicke in meine filzerische Tätigkeit zu geben. Durch den Blick hinter die Kulissen plante ich potentiellen Kunden und Interessierten das Filzen nahe zu bringen. Aufzuklären, dass es sehr wohl einen grossen Unterschied zwischen dem Filzen im Kindergarten und meinem Filzhandwerk gibt. Das eben eine mickrige Ansteckblüte  – eine Rose mit über 40 einzeln gefilzten, hauchdünnen Blütenblättern – kurzerhand 4 Stunden Arbeitszeit verschlingen kann bis sie fertig ist und jeder seine Arbeitszeit halbwegs anständig honoriert haben möchte.

Meine Arbeiten und deren Entstehung postete ich fortan regelmäßig, Google belohnte dies mit einer besseren Sichtbarkeit. Nicht zuletzt auch deswegen, weil ich das  kostenlose Blogsystem von Google verwendete. Bald generierte ich mehr Anfragen und Bestellungen über meinen Blog als über den Dawanda-Shop. Der Blog war eine hervorragende Erstkontaktmöglichkeit zu meiner Zielgruppe, Google half mir dabei.

Natürlich ist mein Blog nie wirklich gross geworden, dazu ist Filz als Bloggrundthema zu speziell, zu sehr Nische. Davon ab lege ich auch keinen Wert auf Mainstream, das bin ich nicht, das möchte ich auch nicht sein. Ich wollte wirklich nur die Menschen ansprechen, die sich für meine Arbeit und das Filzen begeistern.

 

Onlineshop die.waschkueche. Doris Niestroj Filz & Form.Bilder von links nach rechts:
Taschenanhänger Love & Peace – lief damals ziemlich gut, Logo 2009-2013, Entwurf der 1. Seite mit dem Onlineshopsystem 2011. 

Wenn der Onlineshop zum Groschengrab wird

Aufgrund diverser technischer Änderungen mit denen ich nicht einverstanden war, schloss ich Ende 2010 meinen Shop bei Dawanda. Beflügelt durch den Erfolg mit meinem Blog eröffnete ich einen eigenen, selbstgeklöppelten Shop. Leider basierte das Grundgerüst nur auf HTML und CSS, was die Handhabung und Pflege extrem umständlich machte. Nach einem Jahr des mühseligen Fummelns  entschloss ich mich ein fertiges Shopsystem zu nutzen.

Ich sag es mal so, der Begriff Geldvernichtungsmaschine trifft es ziemlich gut. Die vollmundigen Versprechen, dass man mit dem Shopsystem sofort starten könne waren sanft untertrieben. Es sei denn, man bevorzugt ein verstaubtes gradient-ariallastiges Design der späten 90er. Ebenso wenig stimmte es, dass man als Laie den Shop schnell aufgesetzt bekommt und das Updaten einfach ist. Net wirklich. Ich musste mich erst tief in die Materie von PHP, Datenbanknutzung wühlen um schließlich entnervt aufzugeben und mich an jemanden zu wenden der sich damit auskennt.

 

Bilder von rechts nach links:
Kategorieseite des Onlineshopsystems nach dem kostspieligen Umbau, Tasche „Rosenresli“ – Unikat, Verschlußdetail, Detail Rosenstickerei.

Der Unterhalt eines Onlineshop ist zeit- und geldintensiv

Ich habe in die Verwaltung und Pflege, ins Updaten und Upgraden mehr Geld gesteckt, als ich darüber eingenommen habe. Dennoch war diese Erfahrung nicht vergebens.  Zur Ehrenrettung des Systems muss ich sagen, dass mittlerweile sowohl Design als auch die dahinterliegende Engine verbessert und zeitgemäß gestaltet worden sind. Dennoch, um das Standardlayout vom Design auch heute an das Corporate des eigenen Unternehmens anzupassen, bedarf es wirklich guter Kenntnisse von PHP, CSS und HTML. Ansonsten muss man sich mit einem eher unspannendem Mainstreamdesign zufrieden geben.

Mir passte es letztendlich ganz und gar nicht dass ich ständig auf die Hilfe Dritter angewiesen war, damit mein Shop anständig lief. Deswegen lernte ich in dieser Zeit  viel über die Technik, die ein solches System zum Laufen bringt, wie ich mit vielen Tricks das Design ändern konnte, entdeckte SEO und sog alles in mich auf, was ich dazu finden konnte. SEO = Search Engine Optimation. Zu Deutsch, Suchmaschinen- optimierung. Nein, ich bin kein Freak geworden, aber ich kann mir mittlerweile in einem gewissen Rahmen selber helfen. Viele technische Zusammenhänge verstehe ich besser und kann sie zu meinen Gunsten nutzen.

 

Onlineshop Produktseite die.waschkueche. Doris Niestroj Filz & Form.Bilder von links nach rechts:
Entwurf der Produktseite. Schultüte Dschungelfieber. Detail Schultüte. Das Logo von die.waschkueche von 2009-2013.

Es geht auch ohne Onlineshop

Eine weitere Erkenntnis aus diesem Onlineshop-Desaster ist, ich brauche keinen Onlineshop. Im Gegenteil, ein Shop ist für meine Gewerke eher kontraproduktiv. Der klassische Onlineshop vermittelt nun mal, dass alles immer und zu jeder Zeit in unerschöpflichen Mengen und kleinen Preisen  erhältlich ist. Das ist bei mir aber nicht der Fall. Ich fertige von Hand Einzelstücke,  Kleinstserien und individuelle Kundenaufträge im hohen Preissegment.

Bei den individuellen Kundenaufträgen kam das System letztendlich an seine Grenzen. Es gab und gibt auch heute noch keine Einstellmöglichkeiten für die vielen möglichen Varianten und Eventualitäten die ein individueller Kundenwunsch mit sich bringt. Ende vom Lied, es liefen mehr Bestellungen direkt über das Kontaktformular, als über das System selber. Hinzu kam noch, dass ich immer zwischen Blog und Shop hin- und herpendelte. In das Shopsystem konnte man nämlich keinen Blog integrieren. Deswegen fand man mich unter zwei Adressen, was immer wieder zu Irritationen führte. Dieser Umstand, dass versenkte Geld und die Tatsache das der Shop wegen der vielen individuellen Anfertigungen die meiste Zeit wenig zu bieten hatte bewog mich den Shop abzuschalten.

 

Wie es weiterging könnt Ihr im 3. Teil der Serie lesen.

Serie 

Mein Rückblick auf 10 Jahre Onlinehandel, Bloggen & Social media
Teil 1 / Meine ersten Schritte im Onlinehandel.
Teil 2 / Meine Erfahrungen mit einem Onlineshop.
Teil 3 / Meine Online-Kurzschlussreaktion.
Teil 4 / Meine Onlinepräsenz und die Zukunft.

 

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Meine ersten Schritte im Onlinehandel / 1

Meine ersten Schritte im Onlinehandel / 1

 

Soziale Medien sind aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken und es gibt viele davon. Täglich werden es mehr. Bei diesem großen Angebot stellt sich besonders als Unternehmer im Kleingewerbe, wie ich einer bin, die Frage, welches die richtige Plattform für die eigene Präsentation ist.

Aus dem Online-Nähkästchen geplaudert

In dieser vierteiligen Reihe möchte ich über meine Erfahrungen sowohl als Onlinehändler als auch über die Nutzung von Facebook und Instagram für mein Nebengewerbe plaudern. Ich möchte einfach mal das zum Besten geben, was ich in den vergangenen 10 Jahres so Dummes angestellt habe und was ich daraus lernte. Dazu muss ich allerdings bei meinen filzgewerblich analogen Anfängen vor 14 Jahren beginnen, damit Ihr versteht, warum ich eben diesen Weg gewählt habe.

Bitte beachtet, dass das meine individuelle Erfahrungen sind, die nur bedingt übertragbar sind. Es ist noch hinzuzufügen, dass sich die folgenden Zeilen NUR auf meine gewerblichen Internettätigkeiten beziehen.

Here we go!

Kunsthandwerkermärkte sind kein Zuckerschlecken

Durch seine Globalität ermöglicht mir das Internet Menschen zu erreichen und auf mich aufmerksam zu machen, die sonst niemals von der Existenz meiner Produkte erfahren würden. Ich verkaufe ausschließlich online. Diese Entscheidung traf ich allerdings erst nach einigen  harten Jahren des Kunsthandwerkermärkte-Getingels. Na ja, Kunsthandwerkermärkte, was sich so Kunsthandwerkermärkte nennt. Da gibt es nämlich Unterschiede Von Bis. Einige Weihnachtsmärkte habe ich mental nur dank des Genusses von Hochprozentigem überstanden – reden wir nicht weiter drüber.

Diese analogen Märkte sind hartes Brot. Richtig betrieben kann man schon sein Auskommen haben, aber dazu fehlt  mir schlichtweg die Zeit und das nötige Kleingeld. Denn, um die für mich interessanten Ausstellungen anzusteuern, müsste ich weite Anfahrtswege in Kauf nehmen. Das kann und will ich nicht, weil ich meine Filzerei nur im Nebengewerbe betreibe. Zusätzlich kämen, neben dem hohen Zeitaufwand, die unvermeidlichen Kosten wie Standmiete, Unterkunft, Essen und Sprit dazu. Außerdem muss die Ware für die Märkte vorgehalten werden und auch der Markstand will ordentlich verstaut sein, dafür bedarf es Lagerraum.

Und dann tritt das ein, vor dem sich jeder Aussteller fürchtet, der Verkauf deckt nicht ansatzweise die Kosten. Genau das ist mir passiert, mehrfach. Ich war auf den falschen Märkten mit dem falschen Angebot und erwischte nicht die für meine Produkte relevante Zielgruppe. Da mir das finanzielle Risiko und der Zeitaufwand für mein Nebengewerbe zu hoch wurde, orientierte ich mich um.

 

Marktstand auf dem Adventsmarkt 2008Bilder von links nach rechts:
Mein letzter Marktstand auf dem Adventsmarkt „Unser Markt im Advent“ in Brakel-Bellersen 2008, Detail der Wärmflaschhülle „Heinrich der Dreiviertelvorachte“, selbsthergestellte Verpackungen. 

Auch im Internet gehört klappern zum Handwerk

Ich entschied mich zukünftig nur noch im Internet zu verkaufen und versuchte es auf Ebay. Schnell stellte ich fest, dass dieser ecommerce Kanal für meine handgefertigten und hochwertigen Produkte ungeeignet war. Ein eigener Shop war für mich mangels Geld zu dem Zeitpunkt keine Option.

Im Sommer 2007 kam mir der Zufall in Form eines neu gegründeten Online-Marktplatzes für Handgemachtes zu Hilfe. Genau das war es was ich brauchte, um meine Ware  ansprechend Im Internet zu vermarkten ohne tief in die Tasche greifen zu müssen, einen digitalen Kunsthandwerkermarkt. Das Beste dabei, ich konnte alles von zuhause steuern, musste nicht mehr in der Weltgeschichte rumtingeln und erzielte dennoch eine enorme Reichweite. Der Shop war schnell auf Dawanda eröffnet, die Ware fotografiert und eingestellt, anschließend wartete ich … .

Es kamen auch Kunden vorbei und kauften, aber irgendwie hatte ich mir das etwas lebhafter vorgestellt. Natürlich war ich nicht so blauäugig wie es jetzt den Anschein machen könnte. Ich habe viele Jahre im Marketing  mit dem Schwerpunkt Kommunikation  gearbeitet, um zu wissen, dass Klappern zum Handwerk gehört. Nur, wie klappert man im Internet richtig, um potentielle Kunden für sich zu interessieren? Schließlich gibt es da auf engstem Raum noch viele andere Klapperer. Ja, engster Raum, denn die Mitbewerber sitzen, egal wo sie sich auf der Welt befinden, nur einen Klick weiter. Ich musste eine Möglichkeit finden, dass meine Klapper lauter klapperte als die der anderen, nur wie?

 

Gefilzte Ringe mit Perlmutt. Taschenanhänger Rehkitz.Bilder von links nach rechts:
die.waschkueche – Logo 2008 -2009, Taschenanhänger mit Kunststofftier waren in der Zeit sehr beliebt, Ringe aus Filz mit Perlmuttscheiben und Glasperlen gehörten damals zu meinem Angebot auf Kunsthandwerkermärkten.  

Ein Shopname der leicht zu merken ist, ist wichtig

Erst einmal betrieb ich intensiv Filz-Marktrecherche. Was machen die anderen, wie machen sie es , warum machen sie es und wo machen sie es? Langsam formte sich bei mir ein Bild, wie ich meine Filzunternehmung im Internet sichtbarer machen könnte. Dazu gehörte nicht nur ein leicht zu merkender Shopname, ein Corporate Design (Logo) mit hohem Wiedererkennungswert, sondern auch einen Kontakt zu den Menschen herzustellen, um sie für mein Unternehmen zu interessieren.

Klingt ja alles ganz einfach und wie stellt man das an? Ich entschied mich für einen total bescheuerten Firmennamen. die.waschkueche. Wie kann man nur einen solchen Namen verwenden wird sich mancher gefragt haben. Ganz einfach, der Name ist sehr leicht zu merken, er war nicht belegt. Ich konnte überall die waschkueche oder waschkueche anmelden ohne dass jemand anders diesen Namen bereits werblich für sich in Anspruch genommen hatte.

Was das für meinen Onlineauftritt bedeutete? Im Suchmaschinenranking stand ich unter waschkueche immer ganz weit oben. Ich brauchte keine Visitenkarten, keine langen Erklärungen. Gebt waschkueche bei Google ein und ihr findet mich auch heute noch recht schnell.

Das Logo, der waschbottich mit den drei Seifenblasen, war schnell entworfen und wie sich im Laufe der kommenden 9 Jahre herausstellte auch äußerst einprägsam. Der Bottich veränderte sich im Laufe der Zeit optisch immer wieder, aber das grafische Grundprinzip blieb bestehen.

Was jetzt noch fehlte war der direkte Kontakt zu meiner Zielgruppe.

 

Serie 

Mein Rückblick auf 10 Jahre Onlinehandel, Bloggen & Social media
Teil 1 / Meine ersten Schritte im Onlinehandel.
Teil 2 / Meine Erfahrungen mit einem Onlineshop.
Teil 3 / Meine Online-Kurzschlussreaktion.
Teil 4 / Meine Onlinepräsenz und die Zukunft.

 

 

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