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Eine Filztasche entsteht – Aphrodite #3

4. Januar 2010 | Filz & Form | 3 Kommentare

Wir erinnern uns: Es war Silvester und während andere feierten filzte ich Henkel und Flachfilz für den Verschluss. Bei den Taschenhenkeln habe ich die Halterringe eingefilzt. Schwierig dabei ist es beide Riemen von gleicher Qualität, Lange und Dicke zu filzen. Es gilt: Übung macht den Meister. Meisterhaft Ungeübtes landet in der Tonne.

Die Spülung

Nachdem Filzen und  dem Auswaschen der Seifenlauge ist eine abschließende Spülung mit Essig ist Pflicht um verbliebene Seifenlaugenreste zu neutralisieren. Seifenlauge hat nämlich die unangenehme Eigenschaft Wolle im Laufe der zeit anzugreifen. Die Spülung mit Essig und damit die Neutralisation der Seife führt angeblich dazu, dass die Wolle glänzt. Ich habe noch keinen sehr großen Unterschied gemerkt.

 

 

Ein Ärgernis

Immer wieder ein Ärgernis sind Pflanzenreste die sich in der Wolle verstecken und erst nach Beendigung des Filzens, während des Trocknens, an der Oberfläche erscheinen. Gerne werden diese Pflanzenreste von einigen Wollhändlern auch liebevoll  »Vegetabilen« genannt. Hört sich ja auch viel besser an als Reste und beschönigt die Tatsache, dass Pflanzenreste in der Wolle ein Zeichen von eine schlechter Verarbeitungsqualität sind

Bei dieser Charge durfte ich meditatives Vegetabilenfummeln mit der Pinzette vornehmen. Nicht das erste Mal von diesem Lieferanten und ein K.O Kriterium, weil Zeit- und Nervenfresser.

 

 

Das Nähen

Das Filzen ist nun beendet. Jetzt kommt der eher langweilige Teil der Arbeit. Hier setzte ich die Schärpe an und schiebe sie so lange hin und her, bis mir die Position des Musters bei geschlossener Klappe gefällt. Da schieb ich dann schon mal ‘ne Viertelstunde hin und her.

Abgesteppt werden neben der Schärpe auch die umlaufenden Halterriemen und die »Keder« am Taschenkörper Dies arbeitet die Form noch mehr heraus und stabilisiert sie. Echte Keder sind es nicht, deswegen steht der Begriff in Anführungszeichen. Ein echter Keder ist ein dünner Wulst, der meistens aus einer Schnur besteht, die mit Stoff umhüllt ist. Diese werden u.a. bei der Polstermöbelherstellung zwischen den zu verbindenden Bezugstoffen eingenäht, so dass sie markant nach außen ragen. Dadurch werden sichtbare Nähte kaschiert und zugleich verziert. Außerdem dienen Keder zur Kantenverstärkung.

Die Arbeiten mit der Nähmaschine sind abgeschlossen. Das Finish ist reine Handarbeit. Mehr dazu im nächsten Post.

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[ Doris Niestroj – die.waschkueche ]

3 Kommentare

  1. "Malheur de Kack" wurde hiermit in meinen Wortschatz aufgenommen! Pssst, ich habe gerade meinen Mann sammt Suzi aus dem Graben gezogen, hihihi. Ein Abenteuer am Abend, da bin ich immer für zu haben!Und vielleicht kann ich dir im Februar auch noch einen heißen Tipp zu Schnüren geben!?LG,Frauke

  2. Ich liebe heiße Tipps!!!! *ganzbegeistertmitdemkopfnickt*Wie haste ihn denn rausbekommen? Hat er etwas übertrieben mit der Geländegängigkeit?LG Doris

  3. Liebe Doris, ich bin immer noch schwer beindruckt..und was man bisher von der Tasche sieht gefällt mir äußerst gut! Schick mir doch schonmal die Formalitäten per Mail…sicher ist sicher *lach*…Alles Liebe Anja

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