Filz-Kolleg 2020 in Soltau

09. Oktober 2020 | Filz & Form

Bevor Corona unsere Gesellschaft ordentlich aufmischte und uns ab März einen Lockdown bescherte, hatte ich mich zum Filz-Kolleg des Filznetzwerkes e.V. angemeldet. Ich habe nicht die ganze Woche belegt, sondern den Kurs »Bewegung in Filz« von Henny van Tussenbroek.  Die Veranstaltung fand Mitte Juli in Soltau im Filzmuseum statt. Ja, sie fand tatsächlich statt und wurde nicht abgesagt.

Den Blickwinkel verändern und Neues entdecken

Im Allgemeinen ist es so, dass man als Filzerin die meiste Zeit alleine in der Werkstatt werkelt.  Sozusagen in der eigenen Seifenlauge vor sich hindümpelt.  Das kann sehr produktiv sein, birgt aber auch die Gefahr von Stagnation, weil es an Impulsen von Außen mangelt. Daher besuche ich hin und wieder Kurse um über meinen Tellerand zu schauen.

Auch wenn mir viele der Methoden bekannt sind und ich einige selber regelmäßig anwende, so lerne ich doch jedes Mal Neues kennen. Viele Wege führen nämlich nach Rom. Außerdem ist mir der direkte und persönliche Austausch mit Kolleginnen wichtig.

Filzen mit vierzehn Schablonen – eine Herausforderung

Henny van Tussenbroek, unsere Dozentin, ist Holländerin und sehr sympathisch. Es war ihr erster Filzkurs überhaupt. Hinterher gab Sie zu, dass sie etwas aufgeregt war. Davon war aber während der zwei Tage nichts zu spüren. Äußerst souverän hat sie den Kurs geleitet.

Wir erhielten einen Einblick in ihre Arbeitsweisen mit Schablonen und die Herstellung von Objekten. Henny hatte einige sehr schöne Beispiele ihrer Arbeiten zur Anschauung mitgebracht. Leider habe ich keine Fotos davon gemacht, so müßt ihr mit meinen Arbeiten Vorlieb nehmen.

Ich gebe zu, die Arbeit mit Schablonen ist jetzt nichts komplett Neues für mich. Eigentlich arbeite ich fast immer mit Schablonen. Aber mit 14 Schablonen gleichzeitig stellt dann doch eine gewisse Herausforderung dar.  So viele Schablonen hatte ich nämlich noch nie für ein Objekt gleichzeitig eingesetzt. Entsprechend dick war dann auch das zu filzende Paket.

Mittig, dort, wo die Schablonen zusammentrafen, drohte es wegen der Höhe immer wieder aufzureißen. Leider hat sich die Wolle in der Mitte, trotz sorgfältigsten Arbeiten, nicht komplett verbunden. Ich durfte mit Nadel und Faden nachhelfen. Vermutlich war das Paket zu hoch und beim Umlegen der Schablonen von links nach rechts, rissen die bereits verbundenen Fasern in der Mitte immer wieder auseinander. Wieder eine Erfahrung reicher.

Das Filzmuseum Felto in Soltau

Es wird nicht das letzte Objekt dieser Art sein. Der Kurs hat sehr viel Spaß gemacht, in der lichten Atmosphäre des Filzmuseums Felto in Soltau. Das Filzmuseum ist eine Kultur- und Bildungseinrichtung und in einem denkmalgeschützten Filz-Lagerhaus in der gut zu erreichenden Soltauer Innenstadt untergebracht. Es gibt dort regelmäßig Kurse und Workshops sowie Ausstellungen. Mehr Informationen zum Filzmuseum erfahrt Ihr auf der Internetseite.

Es hat mich vor einem Lagerkoller bewahrt, dass das Filznetzwerk der Pandemie zum Trotz, das Filzkolleg nicht abgesagt hat. Dafür bin ich sehr dankbar. Es war ein schönes, inspiratives Wochenende mit vielen netten Menschen hinter den Masken.

[ Doris Niestroj – Filz & Form ]

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