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Zimmerservice

7. Dezember 2009 | Haus & Hof | 10 Kommentare

Ende November kommen unsere Pferde von der Sommerwiese in den Winterstall. Das bedeutet für uns jeden Morgen und jeden Abend Stall ausmisten, Vorplatz sauber machen, füttern und Pferde bespaßen. Etwas, was keinen Spaß macht wenn die Bande mal wieder eskaliert, wie heute Morgen. 

Wenn wir nicht pünktlich mit dem Frühstück kommen, gibt es Randale. Teamchef Arbogast tritt die halbe Bude ein, wenn wir nicht mit der Heugabel spätestens um 8.00 Uhr stramm stehen und die Raufen füllen. Dieser Krach dröhnt durch die Nachbarschaft und ist für den Stall äußerst materialstrapazierend.

TALIDA: “Nicht fotografieren, ich schäme mich. Ich bin noch nicht frisiert. Wie mir das Heu schmeckt? Gut, du weißt ja, ich fress alles was mir vor die Kaltblutnase kommt und dabei sabber ich jedes Mal wie ein Boxer. Ich bin da nicht so pingelig wie die anderen. Mir schmeckt’s! Hach, leider werde ich davon so rund um die stutigen Hüften.”

 

 

ARBOGAST: “Oh, das Servicepersonal! Auch schon wach? Weißt du, wie lange wir schon warten? Ein scheiß Service ist das in diesem Hotel. Ach was Hotel, Absteige sag ich nur. Aber eine von der ganz billigen Sorte und täglich derselbe Fraß. Ich geh mich beschweren. Wo ist der Geschäftsführer?”

 

 

ANTÄUS:” Zimmerservice! Ich hätte gerne eine 5-Kilo Möhre und ebenfalls die Raufe überrandvoll wie Arbogast. Bitte mit duftendem 2009er Heu, Südhang, Schräglage und von blonden Jungfrauen geerntet. Wie, ich hab nicht mehr alle Latten am Zaun und es wird gefressen was in die Raufe kommt? Aber Arbogast hat doch gesagt … – das interessiert dich nicht, was dieser neunmalkluge Großehaufenmacher Unreflektiertes von sich gibt? Wenigstens eine klitzekleine Gutenmorgenmöhre???? Ganz klein……????? Soooooooo klein???????”

 

 

MOMO:” Naja, ist ja nicht gerade Feinkost was man uns hier serviert. Ich krieg gleich einen auf die unfrisierte Glocke? Das trägt man heute so! Die Möhren gestern waren übrigens nicht mehr ganz taufrisch. Was, wenn ich weiter so dummes Zeug erzähle nimmst du mir das Heu gleich wieder weg und ich kann dann an meinen Hufen lutschen. DAS IST SEELISCHE GRAUSAMKEIT! ARBOGAST DIE ÄRGERT MICH!!!!!!”

ARBOGAST: “Halt’s Maul und friss, bevor sie es wirklich macht”.
MOMO: “Pöhhhhh!”

Jeden Morgen das gleiche Spiel.

Fertig mit der Fütterung. Jetzt klemm ich schnell den PC ab und bring ihn zum »Arzt«. Außerdem wollte die Telekom noch kommen und uns eine schnellere DSL-Leitung bescheren. Wo dienur wieder bleibt? Wir haben Wetten laufen, ob jemand kommt, ob keiner kommt, ob zum angekündigten Zeitpunkt oder ob wir wieder ein (!) Jahr auf Ausführung der bestellten Leistung warten müssen.

 

[ Doris Niestroj – die.waschkueche ]

10 Kommentare

  1. Der Beitrag ist sooooo super … ich werf mich weg :-)Viel Glück mit deinem PC und der Telekom *lach*Liebe GrüßeKerstin

  2. Liebe Doris,was für eine herrliche Geschichte! You make my day! Es ist halt nicht so einfach dieses Raubtieren zu genügen. ;o)Bei unseren Nachbarn geht`s ähnlich zu, wenn nicht pünktlich, auf die Minute….*lach*Ja, über die Telecom könnte ich auch ein Buch schreiben. Drück dir die Daumen das alle Termine eingehalten werden!Liebste Grüße Tanja

  3. HERRLICH, meine Liebe!Vier solcher hübschen Tierchen hast Du? Darf ich da mal mit dem Töchterchen vorbei kommen? Die steht gerade unglaublich auf Pferde! Und, war der Telekom-Onkel pünktlich da? Die haben immer eine Überraschung parat, ne`?LG Bine

  4. BineKlar darfst Du. Ich schätze aber, Töchterchen wird vor den Dicken etwas Respekt haben. Selbst der Züchter wagt sich nicht mehr so gerne in die Nähe der Kolosse. Obwohl sie wirklich lieb und ganz ruhig sind. Vorsichtig muß man nur bei dem Schimmel sein, der ist ziemlich hektisch und kennt dann keine Verwandten mehr. Steht halt hoch im Blut. Da lassen wir auch grundsätzlich keine Kinder ran, das ist zu gefährlich. Ne, Telekom Onkel war noch nicht da. Obwohl im Bescheid was von 10.00 Uhr stand. Mir jetzt egal, ich hab den ganzen Vormittag gewartet, nu klemm ich endgültig den PC ab und bring ihn weg. Dann brauche ICh kein Internet, kein Schnelleres mehr. :))))))

  5. Liebe Doris,das ist ja eine schöne "Geschichte".Meine Tochter wäre bestimmt jetzt gerne bei euch. Sie ist zwar 3,11 Jahre jung und ein Pferdefanatikerin des Herrn…..Bin froh, dass sie die Bilder nicht gesehen hat.GGGLG Jutta

  6. Eine köstliche Geschichte. 😉

  7. klasse, mal Bilder von deinen 4-Beinern.Kanns mir lebhaft vorstellen, was da morgens abgeht ;o))LgNeike

  8. oh je, meine frisch verwitwete nachbarin hat acht davon, vier recht frisch gebackene mammis und ihre fohlen, ob es da auch so zu geht, ist sie vielleicht deswegen immer so mürrisch???? wir musste zur äußerst unzuverlässigen satelliten-dsl-hahaha-leitung zurückkehren, da sich auch das three-modem als nicht so gant sturmtauglich geiegt hat. aber jetzt kam ich gerade mal rein ins www und am hochglänzend-nigelnagelneuen bildschirm meines nigelnagelneuen macbookpro sehen deine wieherer nochmal so gut aus als auf meinem geliebten immer noch funktionierenden kleinen alten mäcci-läppi mit matter scheibe. das lässt mich doch glatt das robbenleiche-nr-5-parfüm unseres zottelhundes vergessen!!!! danke für deine herzerfrischenden zeilen! eliane

  9. Hallo Doris, hab´ ich jetzt abgefeiert. Zu köstlich. Echte Sichtweise der Samtschnuten. Ich habe ein pferdeversorgendes, – liebendes und reitendes "Kind" (aber nur noch Fast-Kind, Kind wird in einem Jahr schon volljährig)und ich bin dort oftmals mit zugange. Also ich weiß welche Charakteren sich da um die Heutraufe tummeln. Viele liebe Grüße von der stillen Leserin Heike (www.haus-garten-hund.de)

  10. Wow, so viele Vierbeiner. Meine Töchter würden Dich täglich nerven wenn Du in der Nähe wärst:-), GLG Anja

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Schön das Du mich gefunden hast!
In meinem Blog erwarten Dich unterhaltsame und informative Einblicke in meine Filzwelt. Damit es aber nicht zu einseitig wird, sind noch andere Themen untergemischt die mich interessieren oder bewegen.

Viel Spaß beim Lesen wünscht
Doris Niestroj

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