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Webkurs

19. Dezember 2014 | Land & Leute | 12 Kommentare

Ich habe dieses Jahr zu meinem Geburtstag ein Geschenk bekommen, das eher  unspektakulär in Form einer ausgedruckten Anmeldung für einen Webkurs daher kam. Verstaut in einer Blümchenblechdose, angefüllt mit Nußschokolade. Die Nußschokolade war zuerst weg, den Kurs besuchte ich im Oktober, die Dose gibt es noch.

Ich möchte hier weder über die Schokolade und ihren Verbleib parlieren -– den kann sich jeder denken – noch darüber, was ich zukünftig mit der Blümchenblechdose zu tun gedenke. Ich möchte Euch vom Webkurs erzählen und davon, dass meine Schwägerin immer so geniale Geschenkideen hat.

 

Bockmühle und Handwebstuhl im Freilichtmuseum Detmold

 

Webkurs im Freilichtmuseum

Dieses Jahr schoss sie bei mir mit einem Gutschein für einen Webkurs im [FREILICHTMUSEUM DETMOLD] den Vogel ab.

1. Wollte ich gerne mal wieder abseits von Filzpfaden wandeln und andere textilhandwerkliche Luft schnuppern
2. Bin ich für mein Leben gerne im Freilichtmuseum Detmold
3. Gerne mit ihr unterwegs.

Im Oktober hatte sie für uns zwei Plätze in einem Workshop fürs Weben gebucht. Neugierig machten wir uns an einem herrlichen sonnigen Samstagmorgen auf den Weg ins Paderborner Dorf des Museums, vorbei an Bockmühle, Vogelscheuche und Geflügelschau.

 

Variantenreiche Leinwandbindung

Im Obergeschoss des Lauschhauses empfing uns die Webmeisterin Roswitha Neumann mit  bereits von ihr eingerichteten Handwebstühle. Wir brauchten uns nur noch die passende Garne für den Schuss auszusuchen und konnten uns gleich ans Werk machen einen Schal in Leinwandbindung herzustellen. Es ist erstaunlich wie vielfältige Darstellungsmöglichkeiten die eigentlich recht einfache Leinwandbindung hat in dem man mit Farbe, Fadenstärke und Fadendichte variiert.

 

Haus Lausche im Paderborner Dorf und handgewebter Schal im Freilichtmuseum Detmold

 

Empfehlenswerter Kurs

Zwei Tage haben wir völlig angefixt vor den Webrahmen gesessen, gequasselt, gealbert, Fehler gewebt, geflucht und einiges an Torte gegessen. Herausgekommen sind letztendlich, fürs erste Mal, erstaunlich ansehnliche Schals. Sollte ich mal nicht mehr filzen wollen oder können, könnte ich mich fürs Weben begeistern.

Gespannt bin ich auf das neue Kursprogramm des Detmolder Freilichtmuseums für nächstes Jahr. Vielleicht trifft man sich beim Weidekorbflechten in Detmolder Freilichtmuseum, beim Färben mit Rüben oder beim Mähen mit der Sense, wer weiß.

Auf jeden Fall war es ein sehr schönes Geschenk und ein toller Tag!

[ Doris Niestroj – die.waschkueche ]

12 Kommentare

  1. 🙂 also das mit dem schenken kann man sich bei mir meist auch schenken… 😉 obwohl mein kleiner webrahmen wohl auch mal ein geschenk war… jetzt machst du mir fast lust, den mal wieder auszupacken. ^^ hört sich toll an, euer kurs, und der schal sieht klasse aus!freilichtmuseum detmold… ich glaub, das ist da, wo ich mir als kind ganz böse die stirn aufgeschlagen habe, was genäht werden musste, und wovon mir eine narbe geblieben ist… super lecker frischgebackenes brot erinnere ich aber auch noch. 😀

    • Ich zeige ihn noch mal auf meiner Figur, nur ist die derzeit weghen renovierungsarbeiten eingemottet. :)Könnte sein, dass Ihr in Detmold ward, ist ja nicht soooo weit weg vom Sauerland. Weben macht definitiv grossen Spaß und Ergebnisse bei grossen Werkstücken sind schneller zu sehen als beim Filzen.

  2. Das sieht gut aus – pass bloß gut auf – Weben ist eine fordernde Leidenschaft! Aber immerhin dürftest du in den neuen Räumlichkeiten ja Platz für einen Webstuhl haben :)Viel Spaß beim weiteren Entdecken!Liebe Grüße,Anne

  3. Ich hab grad Deinen Blog besucht und das Posting mit dem neuen Webrahmen entdeckt, da wird einem ja der Mund wässrig. Übrigens die Pleite mit dem Superwash, das angeblich nicht verfilzt, liegt daran, dass das wohl ein Produktionsfehler in der Ausrüstung war – sagt eine Filzerin. Superwashwolle filzt nämlich ganz und gar nicht. Manchmal passiert so etwas auch, wenn die Farbrezeptur geändert wurde. Dann kann es sein, dass die Fasern von der Chemie so in Mitleidenschaft gezogen werden, dass sie filzen, weil die Oberfläche völlig aufgerauht ist.Ich glaube Dir das sofort, dass Weben eine fordernde Leidenschaft ist, aber es macht unglaublich viel Spaß, obwohl ich nur einen Schal gewebt, mit bereits eingerichteten Webrahmen.

    • Freut mich, dass dir der Mund wässrig wird 🙂 – ich kann mir gut vorstellen, dass das Weben für dich eine tolle Ergänzung wäre – gerade die Sorgfalt, mit der du deine Projekte planst, kommt dir da auf jeden Fall zu Gute und ich denke, dass es auch recht vielfältige Möglichkeiten der Kombination gibt – und das Filzen des Webgutes kann ja auch gewünscht sein 🙂 Danke für die Info zum superwash – ich glaube, ich versuche das in Zukunft insgesamt zu vermeiden – was nicht filzen darf wird Baumwolle oder Leinen…Liebe Grüße,AnnePS – wenn du irgendwelche Fragen zum Weben hast, darfst du mich gerne löchern!

    • Ich glaub ich krieg die Tür nicht zu.Einen Tag bevor du diesen Eintrag gestartet hast, rief mich meine Freundin aus Pforzheim an, die recht begeistert von einem Besuch des Weihnachtsmarktes und der Stadt Detmold war. Daraufhin ich im Netz stöberte und natürlich auch das Freilichtmuseum fand.Außerdem zieht es mich ja auch immer wieder zum Weben hin. Früher konnte ich im Atelier meiner Freundin auch bequem an aufgezogener Kette weben oder eine mit ihrer Hilfe aufziehen.Jetzt habe ich einen sehr besonderen Webrahmen " Nomade " ( beschrieb es in einem früheren Eintrag auf meinem Blog ) Wenn du Lust hast hier https://allesgewollt.wordpress.com/2014/01/23/farben-spinnen-weben/PS: Da wir uns mit Umzugsplänen beschäftigen , wie lebt es sich denn in dieser Gegend ?Aber das ist ein ganz anderes, für uns schweres Thema.Herzliche Grüße Angela

    • Es lebt sich gut in dieser Gegend, wenn man ein Faible für Natur, ländliches Wohnen und einen zurückhaltenden Menschenschlag hat, der seine Zeit braucht um Neulinge zu akzeptieren. Den Norddeutschen wird ja immer eine gewisse Zurückhaltung nachgesagt, die ich so nicht bestätigen kann – der Ostwestfale toppt es locker.Danke für den Posthinweis, den werde ich mir mal zu Gemüte führen.

    • Lieben Dank Angela für Dein Angebot. Wenns soweit ist, mach ich *pieps*.

  4. Ahja, um so Webrahmen bin ich auch schon öfter herumgeschlichen; gut, daß es so eine elende Arbeit ist, so ein Teil erst einmal zum Weben vorzubereiten- das nämlich schreckt mich total ab!Weihnachten gibts bei uns übrigens auch nicht- oder nur äußerst rudimentär- wegen der Oma und so..äh..und Plätzchen backe ich gerne.. und die esse ich auch ganz besonders gerne! :-)))Schöne Feiertage, und bis zum nächsten Jahr- Freie Filzerin Gabi 😉

    • Also, als die Kursleiterin nebenan die kette aufgespannt hat, war sie in einer stunde fertig. Gut, das war jetzt auch für ein einfaches Werkstück, aber ich fands jetzt nicht so schlimm. Gehört eben dazu. Klar filzen geht in den Vorbereitungen schneller. Plätzchen mag ich auch gerne, backen so lalal, essen … ich wollte davon noch berichten, von meiner Plätzchenchallenge. Weihnachten ist bei uns dieses Jahr nur für ma. 3 Stunden und auch nur wegen der Oma. Dir auch ein paar stressfreie Tage!

  5. Leidenschaft. Weben. Ich habe im November an zwei Wochenenden einen Webkurs besucht. Das Vorbereiten dauert, aber dann… macht es süchtig. Und da wir ebenfalls keine Lust auf Weihnachtsgedönse haben, auch nicht auf schenken und das ganze Trallalla, werden wir über die Feiertage Brettchen Weben ausprobieren. Wir, weil sich auch mein Mann mit dem Webvirus infiziert hat. Gute Zeit und guten Rutsch.

    • Es beruhigt maßlos, dass nicht nur wir Weihnachts- und somit Konsumverweigerer sind. Viel Spaß beim Brettchenweben.

♥ Willkommen !

Schön das Du mich gefunden hast!
In meinem Blog erwarten Dich unterhaltsame und informative Einblicke in meine Filzwelt. Damit es aber nicht zu einseitig wird, sind noch andere Themen untergemischt die mich interessieren oder bewegen.

Viel Spaß beim Lesen wünscht
Doris Niestroj

Archiv


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