Soziale Medien sind aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken und es gibt viele davon. Täglich werden es mehr. Bei diesem großen Angebot stellt sich besonders als Unternehmer im Kleingewerbe, wie ich einer bin, die Frage, welches die richtige Plattform für die eigene Präsentation ist.

Aus dem Online-Nähkästchen geplaudert

In dieser vierteiligen Reihe möchte ich über meine Erfahrungen sowohl als Onlinehändler als auch über die Nutzung von Facebook und Instagram für mein Nebengewerbe plaudern. Ich möchte einfach mal das zum Besten geben, was ich in den vergangenen 10 Jahres so Dummes angestellt habe und was ich daraus lernte. Dazu muss ich allerdings bei meinen filzgewerblich analogen Anfängen vor 14 Jahren beginnen, damit Ihr versteht, warum ich eben diesen Weg gewählt habe.

Bitte beachtet, dass das meine individuelle Erfahrungen sind, die nur bedingt übertragbar sind. Es ist noch hinzuzufügen, dass sich die folgenden Zeilen NUR auf meine gewerblichen Internettätigkeiten beziehen.

Here we go!

Kunsthandwerkermärkte sind kein Zuckerschlecken

Durch seine Globalität ermöglicht mir das Internet Menschen zu erreichen und auf mich aufmerksam zu machen, die sonst niemals von der Existenz meiner Produkte erfahren würden. Ich verkaufe ausschließlich online. Diese Entscheidung traf ich allerdings erst nach einigen  harten Jahren des Kunsthandwerkermärkte-Getingels. Na ja, Kunsthandwerkermärkte, was sich so Kunsthandwerkermärkte nennt. Da gibt es nämlich Unterschiede Von Bis. Einige Weihnachtsmärkte habe ich mental nur dank des Genusses von Hochprozentigem überstanden – reden wir nicht weiter drüber.

Diese analogen Märkte sind hartes Brot. Richtig betrieben kann man schon sein Auskommen haben, aber dazu fehlt  mir schlichtweg die Zeit und das nötige Kleingeld. Denn, um die für mich interessanten Ausstellungen anzusteuern, müsste ich weite Anfahrtswege in Kauf nehmen. Das kann und will ich nicht, weil ich meine Filzerei nur im Nebengewerbe betreibe. Zusätzlich kämen, neben dem hohen Zeitaufwand, die unvermeidlichen Kosten wie Standmiete, Unterkunft, Essen und Sprit dazu. Außerdem muss die Ware für die Märkte vorgehalten werden und auch der Markstand will ordentlich verstaut sein, dafür bedarf es Lagerraum.

Und dann tritt das ein, vor dem sich jeder Aussteller fürchtet, der Verkauf deckt nicht ansatzweise die Kosten. Genau das ist mir passiert, mehrfach. Ich war auf den falschen Märkten mit dem falschen Angebot und erwischte nicht die für meine Produkte relevante Zielgruppe. Da mir das finanzielle Risiko und der Zeitaufwand für mein Nebengewerbe zu hoch wurde, orientierte ich mich um.

 

Marktstand auf dem Adventsmarkt 2008Bilder von links nach rechts:
Mein letzter Marktstand auf dem Adventsmarkt „Unser Markt im Advent“ in Brakel-Bellersen 2008, Detail der Wärmflaschhülle „Heinrich der Dreiviertelvorachte“, selbsthergestellte Verpackungen. 

Auch im Internet gehört klappern zum Handwerk

Ich entschied mich zukünftig nur noch im Internet zu verkaufen und versuchte es auf Ebay. Schnell stellte ich fest, dass dieser ecommerce Kanal für meine handgefertigten und hochwertigen Produkte ungeeignet war. Ein eigener Shop war für mich mangels Geld zu dem Zeitpunkt keine Option.

Im Sommer 2007 kam mir der Zufall in Form eines neu gegründeten Online-Marktplatzes für Handgemachtes zu Hilfe. Genau das war es was ich brauchte, um meine Ware  ansprechend Im Internet zu vermarkten ohne tief in die Tasche greifen zu müssen, einen digitalen Kunsthandwerkermarkt. Das Beste dabei, ich konnte alles von zuhause steuern, musste nicht mehr in der Weltgeschichte rumtingeln und erzielte dennoch eine enorme Reichweite. Der Shop war schnell auf Dawanda eröffnet, die Ware fotografiert und eingestellt, anschließend wartete ich … .

Es kamen auch Kunden vorbei und kauften, aber irgendwie hatte ich mir das etwas lebhafter vorgestellt. Natürlich war ich nicht so blauäugig wie es jetzt den Anschein machen könnte. Ich habe viele Jahre im Marketing  mit dem Schwerpunkt Kommunikation  gearbeitet, um zu wissen, dass Klappern zum Handwerk gehört. Nur, wie klappert man im Internet richtig, um potentielle Kunden für sich zu interessieren? Schließlich gibt es da auf engstem Raum noch viele andere Klapperer. Ja, engster Raum, denn die Mitbewerber sitzen, egal wo sie sich auf der Welt befinden, nur einen Klick weiter. Ich musste eine Möglichkeit finden, dass meine Klapper lauter klapperte als die der anderen, nur wie?

 

Gefilzte Ringe mit Perlmutt. Taschenanhänger Rehkitz.Bilder von links nach rechts:
die.waschkueche – Logo 2008 -2009, Taschenanhänger mit Kunststofftier waren in der Zeit sehr beliebt, Ringe aus Filz mit Perlmuttscheiben und Glasperlen gehörten damals zu meinem Angebot auf Kunsthandwerkermärkten.  

Ein Shopname der leicht zu merken ist, ist wichtig

Erst einmal betrieb ich intensiv Filz-Marktrecherche. Was machen die anderen, wie machen sie es , warum machen sie es und wo machen sie es? Langsam formte sich bei mir ein Bild, wie ich meine Filzunternehmung im Internet sichtbarer machen könnte. Dazu gehörte nicht nur ein leicht zu merkender Shopname, ein Corporate Design (Logo) mit hohem Wiedererkennungswert, sondern auch einen Kontakt zu den Menschen herzustellen, um sie für mein Unternehmen zu interessieren.

Klingt ja alles ganz einfach und wie stellt man das an? Ich entschied mich für einen total bescheuerten Firmennamen. die.waschkueche. Wie kann man nur einen solchen Namen verwenden wird sich mancher gefragt haben. Ganz einfach, der Name ist sehr leicht zu merken, er war nicht belegt. Ich konnte überall die waschkueche oder waschkueche anmelden ohne dass jemand anders diesen Namen bereits werblich für sich in Anspruch genommen hatte.

Was das für meinen Onlineauftritt bedeutete? Im Suchmaschinenranking stand ich unter waschkueche immer ganz weit oben. Ich brauchte keine Visitenkarten, keine langen Erklärungen. Gebt waschkueche bei Google ein und ihr findet mich auch heute noch recht schnell.

Das Logo, der waschbottich mit den drei Seifenblasen, war schnell entworfen und wie sich im Laufe der kommenden 9 Jahre herausstellte auch äußerst einprägsam. Der Bottich veränderte sich im Laufe der Zeit optisch immer wieder, aber das grafische Grundprinzip blieb bestehen.

Was jetzt noch fehlte war der direkte Kontakt zu meiner Zielgruppe.

 

Wie ich das löste, erzähle ich  im 2. Teil.

Serie 

Mein Rückblick auf 10 Jahre Onlinehandel, Bloggen & Social media
Teil 1 / Meine ersten Schritte im Onlinehandel.
Teil 2 / Meine Erfahrungen mit einem Onlineshop.
Teil 3 /
Teil 4 /

 

 

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