Ich bin Euch ja noch Bilder von der Tasche “Novemberlichter” XL schuldig. Bevor mich die herannahende Erkältung vollständig zersemmelt, hier jetzt ganz schnell die Bilder.

Wer sich jetzt erst zugeschaltet hat und gar nicht so recht weiß worum es geht, der braucht nur in der rechten Spalte dieses Blogs auf den Eintrag “Eine Tasche entsteht” zu gehen und die einzelnen Links anklicken. Vorher bitte Getränke und Knabberzeug bereitstellen… . 😉


Hier noch mal ein Detail der Henkelanbringung und der Abschlusskante. Ich wäre nicht ich, wenn ich nicht mit diesem kleinen Einblick in meine Arbeit etwas bezwecken wollte.

Ich wollte damit zeigen, dass handgefertigte Waren sich absolut NICHT hinter Industrieware verstecken brauchen. Das handgefertigte Sachen auch einen professionellen Anspruch haben. Das handgefertigte Sachen eine hohe Wertigkeit haben. Das handgefertigte Sachen nicht gleichbedeutend sind mit “Gebastel” im negativen, abwertenden Sinne. Das handgefertigte Sachen einmalig sind und auf individuelle Wünsche eingehen können, im Gegensatz zu Industrieware. Das handgefertigte Sachen nicht zwangsläufig mit billigem Plunder gleichzusetzen sind und Filz schon mal lange nicht ;).

Um dies zu beweisen, zeige ich Euch mal die Kundenwunschtasche “Grauer November” auf Basis von Novemberlichter. Hier war die Aufgabe die Taschenfarbe passend auf die neuen grauen Stiefeln der Kundin abzustimmen.

Versucht doch mal bei den großen Herstellern solche Wünsche erfüllt zu bekommen…. Ihr werdet die Lacher garantiert auf Eurer Seite haben.

Eigentlich hatte ich ursprünglich die Tasche um den Ornamentstoff herum entworfen. Die Tasche lebt durch das Muster der Schärpe und des dadurch entstehenden Kontrastes, alles andere war darauf abgestimmt gwesen. Auch die Farbe Schwarz. Eine anderen Farbe zu nehmen birgt immer Gefahr, dass die ursprüngliche Anmutung des Produktes verloren geht (hier kann ich mir aber auch sehr gut Pink, Knallgrün oder auch Tükis vorstellen. Aber eben immer starke, kontrastreiche Farben) .

Grau hingegen gehört zu den eher schwierigen Farben. Sie ist eher ein Neutrum, nicht Fisch nicht Fleisch manchmal ist es eher rosa, manchmal mehr grün…. Grau gibt kein klares Statement.

Ich hatte daher etwas Angst, dass mir die Tasche in dem grauen Farbton “absäuft” und an Prägnanz verliert. Grau kann sehr schnell, sehr matschig und langweilig wirken. Wichtig war hierbei den Ornamentstoff sauber vom Grau abzugrenzen, sonst wäre er an den Rändern optisch zerflossen.

Mit einer unterlegten Samtbiese habe ich der Schärpe einen Rahmen gegeben und somit sauber abgegrenzt. Dadurch blieb die hohe grafische Anmutung der Schärpe erhalten.

Ich war erstaunt vom Ergebnis. Sie wirkt zwar völlig anders, aber es hat funktioniert und das Grau paßte übrigens sehr gut zu den Stiefeln! 😉

Vielleicht gibt das ja dem einen oder anderen, der uns “Bastelmuttis” immer belächelt, mal ein wenig zu denken und möglicherweise auch seine Meinung über handgefertigte Produkte etwas zu revidieren. Würde mich freuen wenn mein Einblick in “Eine Tasche entsteht” dazu beiträgt.

Und nun fahr ich zur Post und schicke das Schätzchen in Richtung Westen los.