Das erste halbe Jahr war vorbei. Der Sommer zeigte sich wettertechnisch von seiner besten Seite. Die aufziehenden Wolken betrafen weniger den Sommerhimmel sondern einen Teil meines Lebens. Die folgenden drei Monate waren geprägt von Abschied, Anstrengung und Änderung. Sie bargen sowohl Gutes als auch Schlechtes. Lachen und Tränen. Leben und Tod.

 

07.2016

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Der Juli war mit Abstand der schrecklichste Monat der letzten Jahre. Denn, nach sieben Jahren chronischer Krankheit haben wir unsere Stute Talida gehen lassen müssen. Sie hörte eines Tages im Juli auf zu kämpfen. Wenn man so eng mit einem Tier über einen langen Zeitraum durch Krankheit, Leidensdruck und immer wieder aufkeimende Hoffnung verbunden ist, spürt man deutlich wann das Tier aufgibt und gehen möchte.

Talida war sehr kämpferisch und hatte einen enormen Lebenswillen. Trotz oft starker Schmerzen. An diesem Tag im Juli wusste ich innerhalb einer Sekunde das sie nicht mehr wollte. Der Tierarzt hatte sie noch zwei Tage vorher untersucht und war optimistisch. Als er zwei Tage später die Stute wieder sah, fragte er was in den vergangenen 48 Stunden passiert sei, so eine extreme Zustandsverschlechterung in so kurzer Zeit habe er noch nie erlebt. Sie hat aufgegeben, war meine Antwort. Nach der Untersuchung entschieden wir sie zu erlösen.

Wir haben sie bis zum letzten Atemzug begleitet. Gestorben ist sie auf der Wiese bei der Herde.

 

08.2016

blick auf schliersee bayern

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Im August schnürte ich meine Siebensachen und fuhr in den Süden. Genaugenommen nach München, jedoch nicht zu Erholungszwecken. Die Brot- und Butterfirma erforderte unsere einwöchige Anwesenheit in Bayerns Hauptstadt. Einen Tag nahm ich mir allerdings eine Auszeit. An diesen Tag hatte ich die grosse Freude › Sophia Wagner von Art zu Leben kennenzulernen. Sophias Filzarbeiten kenne ich virtuell seit 8 Jahren. Mich beeindruckt immer aufs Neue die zurückhaltende in sich ruhende, selbstverständliche Ausstrahlung ihrer Objekte. Ihre Formsprache verzichtet auf Schnörkel, ist reduziert auf das Wesentliche und das nicht nur im Filz.

Es war eine sehr persönliche Begegnung mit intensiven Austausch und nachhaltig tiefen Eindrücken. Umgeben von hohen Bergen am Schliersee im › Freilichtmuseum Markus Wasmeier. Vielen Dank dafür Sophia! Die Eindrücke waren für mich so nachhaltig, dass ich mich endlich entschloss meine Filzerei mit meinem realen Namen zu verknüpfen. Ich versenkte die.waschkueche sozusagen in einem tiefen Bergsee in Bayern.

Ob diese Begegnung auch zustande gekommen wären, wenn meine Hand nicht gestreikt hätte? Eher nicht. Situationen die erst einmal schlimm wirken, müssen es nicht zwangsläufig sein. Es sind Wege durch andere Türen mit anderen Zimmern – manchmal führen diese Wege zu erstaunlichen Zielen und Erlebnissen.

 

09.2016

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filzatelier-werktisch-tasche

 

Im September durfte ich dabei sein wie eine meiner › Schultüten die Tochter meiner Freundin an ihrem ersten Schultag begleitete. Interessante Einblicke die ich da gewann.

Der Ostheopath knetete an vier Terminen im September an meiner Hand rum und versicherte mir, dass bis Weihnachten Besserung eintreten würde. Ich begann mit den Entwürfen zu meiner neuen Website. Glatt lief dabei aber so gar nichts, die Technik machte mir mehrfach einen Strich durch die Rechnung.

Dank ostheopatischer Knetkunst filzte ich vorsichtig eine längst überfällige Taschenänderung. Es war nur ein einfacher Flachfilz und eine kleine Nilpferdbrosche. Dafür benötigte ich eine Woche. Aber, ich konnte wieder filzen ohne das die Hand am nächsten Morgen stocksteif war. Behielt der Ostheopath etwa recht?

 

 


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